Knochen sind beim Barfen ein wichtiger Bestandteil, denn sie decken den Bedarf an Kalzium und Phosphor des Hundes. Der Bedarf an Kalzium eines ausgewachsenen Hundes liegt bei etwa 80mg pro Kilogramm Körpermasse pro Tag. Dem gegenüber stehen 60mg Phosphor pro Kilogramm Körpermasse pro Tag. Das ergibt in etwa ein Verhältnis von 1,3 zu 1. Von allen zur Auswahl stehenden Lebensmitteln sind Knochen das einzige, das nicht nur einen nennenswerten Gehalt an Kalzium und/oder Phosphor aufweist. Sie bringen außerdem das richtige Verhältnis vom einen zum anderen bereits von Haus aus mit. Rinder-, Lamm-, Ziegen- und Pferdeknochen enthalten etwa 14.000mg Kalzium und 6.200mg Phosphor auf 100g. Außerdem reinigen fleischige Knochen die Zähne gründlicher als jeder andere Kauartikel und sind eine wunderbare Möglichkeit, den Hund zu beschäftigen.
Was muss ich bei der Fütterung von Knochen beachten?
Grundsätzlich gilt bei Knochen dasselbe wie beim Fleisch: Was aus der Produktion für menschlichen Verzehr kommt, ist auch für den Hund geeignet. Die Ausnahme bildet rohes Schweinefleisch aufgrund des Aujeszky-Virus. Jedes Tier, dessen Fleisch für Hunde bekömmlich ist, liefert also auch verfütterbare Knochen.
Bei der Wahl des richtigen Knochens gilt es zu beachten, dass bei der Rohfütterung immer die Rede von fleischigen Knochen ist – also von Knochen, die eine gesunde Menge Fleisch anhaften haben. So kommt es nicht zu Erbrechen oder Verdauungsstörungen (Stichwort Knochenkot). Weniger fleischhaltige Knochen wie Sandknochen können trotzdem gefüttert werden. Allerdings muss dann darauf geachtet werden, dass der Hund diese nicht auf nüchternen Magen zu sich nimmt. Ich persönlich achte immer darauf, dass mein Hund zum Knochen eine vegetarische Mahlzeit mit Ballaststoffen erhält (ein Milchprodukt mit Beilage und Öl). So haben Knochenkot und Verstopfung keine Chance.
Die Größe des Knochens sollte sich nicht nur nach dem ausgerechneten Gewicht nach der Barf-Ration, sondern natürlich auch nach der Größe des Hundes richten. Immerhin soll er ja was zu kauen haben.
Für den Einstieg in die Knochenfütterung eignen sich besonders Knorpeln, Schlund oder weiche Kalbsknochen.
Welche Knochen darf mein Hund nicht fressen?
Gekochte Knochen – egal von welchem Tier – werden durch die Hitze instabil und neigen eher zum Splittern, weswegen sie tabu sind. Dasselbe gilt für Knochen, die mehrere Monate eingefroren waren. Markknochen, das heißt Knochen, die eine Art Ring darstellen, sollten nicht verfüttert werden. Der Unterkiefer des Hundes könnte sich hineinschieben und verhaken. Am besten werden Knochen immer nur unter Aufsicht gegeben.
Eine umfassendere Liste, was der Hund so alles fressen darf, gibt es hier: Was darf mein Hund fressen?
Was Hunde nicht oder nur unter bestimmten Bedingungen fressen dürfen, weil es sonst giftig für sie wäre, können Sie hier nachlesen: Was darf mein Hund nicht fressen?
Darf ich meinem Hund Geflügelknochen füttern?
Grundsätzlich können Sie Ihrem Hund Geflügelknochen füttern, sofern sie wie bereits erwähnt roh sind und nicht zu lange eingefroren waren (nicht mehr als wenige Wochen). Von Geflügelknochen ist dann abzuraten, wenn sie im Verhältnis zum Hund zu klein sind oder dieser zu hektischem Fressen neigt. Denn die Röhrenknochen sind leicht zu zerbeißen und Schlinger laufen daher Gefahr, sich an großen Stücken zu verschlucken, was zu Verletzungen im Gaumen führen kann. Ganz unumstritten ist das Thema daher nicht. Denn einerseits sind Geflügelknochen aufgrund ihres geringeren Kalziumgehalts und der leichteren Kaubarkeit gute Einsteigerknochen für knochenunerfahrene Hunde. Doch andererseits kommt es mit ihnen angeblich am häufigsten zu Verletzungen und Fütterungsfehlern. Wer auf Nummer sicher gehen will, greift für die Geflügelknochenfütterung auf bereits gewolfte Karkasse zurück oder weicht gänzlich auf festere und sicherere Knochen wie vom Kalb, Rind oder Pferd aus.
Woher bekomme ich Knochen für meinen Hund?
Die traditionellen örtlichen Metzger sind hierfür meist eine gute Anlaufstelle. Auch Schlachthöfe geben hin und wieder Knochen ab – teils sogar kostenlos oder zu einem sehr geringen Preis von ein oder zwei Euro das Stück. Bei diesen Bezugsquellen ist sichergestellt, dass die Knochen den Richtlinien des menschlichen Verzehrs entsprechen. Manch einer hat vielleicht sogar das Glück, dass ein Bauernhof in der Nähe selbst schlachtet oder der örtliche Jagdpächter hin und wieder Reste abzugeben hat. Beim Bauern um die Ecke bekommen Sie auch am ehesten ein ganzes Huhn, beim Jäger einen ganzen Hasen, sollten Sie die Fütterung ganzer Tiere in Betracht ziehen.
Barfshops und Tierläden mit Barfsortiment haben auch häufig Knochen im Angebot.
Andere Möglichkeiten, den Kalziumbedarf zu decken
Sollte der Hund keine Knochen vertragen oder aus irgendeinem Grund nicht fressen können/dürfen, muss der Bedarf an Kalzium anderweitig gedeckt werden. Hierfür bieten sich vor allem Eierschalen sowie Kalziumzitrat/Kalziumkarbonat an. In beiden Fällen besteht allerdings das Problem, dass diese nicht ausreichend Phosphor enthalten, um die Verwertung des Kalziums zu gewährleisten. Am besten lassen Sie sich in diesem Fall daher in einem Fachhandel beraten und greifen auf ein fertiges Präparat zur Kalziumversorgung zurück. Entsprechende Pulver werden in großer Bandbreite angeboten.
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